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Vor Schlaganfall schützen

Mayen

St. Elisabeth Mayen setzt in der Kardiologie erstmals „Schirmchen“ ein

MAYEN. Menschen mit Vorhofflimmern sind besonders gefährdet, einen Schlaganfall zu erleiden – diese Herzrhythmusstörung ist Ursache für etwa 25 Prozent aller Schlag­anfälle. Neben medikamentösen Möglichkeiten zur Senkung des Schlaganfallrisikos bietet die Kardiologie des St. Elisabeth jetzt ein innovatives Verfahren an: den Vorhofohr-Verschluss mit einem Schirmchen. Anfang Januar nahm der neue Chefarzt Dr. Alae Bourakkadi erstmals den Eingriff in Mayen vor.

 

Im Herzkatheterlabor wird das innovative Verfahren des Vorhofohr-Verschlusses mit einem Schirmchen von Dr. Alae Bourakkadi vorgenommen.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und betrifft etwa eine Million Männer und Frauen in Deutschland, Tendenz steigend. Viele Betroffene bemerken ihr Vorhofflimmern nicht, denn es äußert sich oft nur durch unspezifische Anzeichen wie plötzlichen Leistungsknick, Müdigkeit, Herzrasen oder Schlafstörungen. Vorhofflimmern selbst ist zwar nicht lebensbedrohlich, kann aber mit Komplikationen verbunden sein. Denn durch den bei Vorhofflimmern unregelmäßigen Herzschlag, neigt das Blut zum Verklumpen und es bilden sich Blutgerinnsel im Herzen. Löst sich ein solches Blutgerinnsel, kann es über die Blutbahn ins Gehirn wandern und dort einen Schlaganfall verursachen. Bei Patienten mit Vorhofflimmern besteht hierfür ein fünffach höheres Risiko. „Diese Patienten brauchen in der Regel eine Blutverdünnungstherapie mit Marcumar oder ähnlichen Mitteln. Das Problem ist, dass die Blutverdünnung selbst mit zum Teil schwer­wiegenden Komplikationen wie Hirn-, Darm- oder Magenblutung einhergehen kann. Außerdem gibt es eine Reihe von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten“, erklärt Dr. Alae Bourakkadi.

Das Schirmchen ist mit einem kleinen Häutchen überzogen und mit Fixierungs­ankern ausgestattet. Nach der Positionierung entfaltet es sich und verschließt das Vorhofohr.

 

Die meisten Blutgerinnsel entstehen in einer kleinen Ausstülpung, dem sogenannten linken Vorhofohr. Wird dieses Vorhofohr verschlossen, können die Blutgerinnsel nicht mehr austreten. Dadurch wird das Schlaganfallrisiko dauerhaft gesenkt. Dieser minimal-invasive Eingriff erfolgt im Herzkatheterlabor. Über die Leistenvene wird ein kleines Schirmchen in das Vorhofohr navigiert. Das Schirmchen ist mit einem kleinen Häutchen überzogen und mit Fixierungsankern ausgestattet. Die Positionierung wird während der Implantation gründlich überprüft. Sobald es an der richtigen Stelle ist wird es vom Katheter gelöst, entfaltet sich und verschließt das Vorhofohr damit vollständig. Der Chefarzt erläutert: „Die Implantation eines solchen Schirmchens dauert etwa eine halbe Stunde und erfolgt in einem kontrollierten Schlafzustand. Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich und die Patienten fühlen sich meist schon nach einigen Stunden wieder fit. Die Entlassung aus dem Krankenhaus kann bereits am nächsten Tag erfolgen. Wir sind sehr stolz darauf, als eine der Vorreiter-Kliniken in der Region, unseren Patienten diese innovative Behandlungsoption anbieten zu können.“

 

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