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Rassismus als gesellschaftliches Problem

Mayen

Interessierte und Betroffene tauschten sich in Mayen aus

 

Durch die Protestbewegungen in Amerika und auch in Deutschland entwickelt sich ein neues Bewusstsein gegenüber Rassismus, und die Aufmerksamkeit für das Thema sowie auf die noch immer bestehenden Ungerechtigkeiten wächst. Deshalb lag der Fokus der Interkulturellen Woche 2020 in Mayen auf dem Thema „(Alltags-)Rassismus & Diskriminierung“. Dazu gab es mehrere Corona-konforme Veranstaltungen, u. a. ein Austauschtreffen im Oktober unter der Leitung von Carina Klee, Caritas-Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE), und Elena Janzen vom Mehrgenerationenhaus. Dieses fand im Café CaTI des Caritas-Mehrgenerationenhauses St. Matthias in Mayen statt. Dort traf sich eine bunt gemischte Gruppe geladener Gäste, darunter auch von Rassismus Betroffene.

Der Austausch wurde anhand von offenen Fragen geführt. Die Einstiegsfrage lautete, ob Deutschland ein Rassismus-Problem habe? „Viele Menschen in Deutschland haben ein Rassismus-Problem und viele haben keins“, beschrieb Pastoralreferentin Mechthild Peters, selbst ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig, die ambivalente Situation in Deutschland. Steven Geilen, der als Sohn eines amerikanischen GI in einer Kleinstadt aufwuchs, erzählte, dass er erste bewusste Erfahrungen mit Rassismus gemacht habe, als er nach Bonn gezogen sei: „In Bonn, in der Anonymität der Großstadt, merkt man das schon. In Mendig habe ich das nie so gehabt. In größeren Städten schon.“ Mit der Flüchtlingswelle 2015 sei es immer extremer geworden, und immer häufiger habe er sich die Frage gestellt, „warum schauen mich die Leute so komisch an?“ Gerne würde Steven Geilen wissen, was hinter dem Verhalten der Leute steckt: Angst vor dem Fremden oder richtiger Rassismus? So unterschiedlich wie die Zusammensetzung der Gruppe, sind auch die persönlichen Erfahrungen. „Deutschland hat ein großes Rassismus Problem“, urteilte Marzieh Rafat vom Projekt FAiR – Flüchtlinge und Asylsuchende integriert in die Region in Koblenz. Und sie erzählte, wie schwer es ihre Töchter an einem humanistischen Gymnasium in der Region hatten. Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass es Rassismus in Deutschland gibt und dass sich kaum jemand von rassistischen Gedanken ganz freisprechen könne. Was aber ist das Kennzeichen von Rassismus? Mit der Feststellung, „Rassismus ist dann gegeben, wenn ich den anderen als minderwertig ansehe“, gab Angelika Diagayete, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Café International, eine schlüssige Definition. Denn nicht jede neugierige Frage, die zweifelsohne grenzüberschreitend auch die Privatsphäre verletzen kann, muss zwangsläufig rassistisch sein. Wird jedoch aggressiv gefragt, „wann bist Du gekommen und wann gehst Du?“, wie es Marzieh Rafat selbst erlebt hat, liegt eindeutig Rassismus vor. Dass sich oft eine unbewusste Angst hinter dem Rassismus verbirgt, vermutete Lehrer Ingo Bücker vom Megina Gymnasium, Leiter des Projektes „Schule mit Courage“. „Veränderungen in der Gesellschaft erzeugen bei vielen Menschen Angst und Unsicherheit, was sich unter anderem in rassistischen und fremdendfeindlichen Verhaltensmustern äußern kann“, erklärte Maria Zagaynova, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin des PSZ Mayen. Leider ist Rassismus latent in der Gesellschaft vorhanden. Diese Erfahrung machen Migrantinnen und Migranten, wenn sie bei der Wohnungssuche immer wieder abgewiesen werden. Das bestätigte auch Mohamad Al Emam, Vorsitzender des Beirates Migration und Integration der Stadt Mayen. Ein weiteres Ergebnis dieser engagierten Gesprächsrunde war, dass es mehr Aufklärung in der Gesellschaft geben müsse und mehr Hilfsangebote für Betroffene sowie interkulturelle Schulungen in Behörden und anderen Unternehmen.

Bei Hilfe und Fragen können sich die Betroffenen an die „Meldestelle für Menschenfeindliche, Rassistische und Antisemitische Vorfälle in Rheinland-Pfalz“ wenden unter kontakt@meldestelle-rlp.de oder bei den Mitarbeiterinnen des Caritasverbandes: Carina Klee: 0151 – 15 88 67 94, Elena Janzen: 02651 – 98 69 183 oder Ania Sikkes: 02651 – 98 69 145.

 

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