Verbandsgemeinde Weißenthurm

Feuerwehr der Verbandsgemeinde Weißenthurm zieht Bilanz im 2. Coronajahr

Weißenthurm (vg)

Die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm blickt auf ein außergewöhnliches Jahr zurück: 2020 stand auch für die Brandschützer in der VG ganz im Zeichen der Corona-Pandemie und stellte die sechs Löschzüge und den Umweltzug, der eine Teileinheit des Gefahrenstoffzuges des Kreises Mayen-Koblenz ist, vor besondere Herausforderungen. „Die Feuerwehr musste in ihrer täglichen Arbeit umdenken“, erklärt Wehrleiter Arnd Lenarz in seiner Bilanz des vergangenen Jahres.

 

Foto: Feuerwehr VG Weißenthurm / Detlef Schneider

Zu insgesamt 592 Einsätzen rückten die rund 250 aktiven Feuerwehrleute in der VG Weißenthurm, darunter etwa 30 Frauen, im Jahr 2020 aus. Das sind 14 Einsätze mehr als 2019. Den höchsten Wert an Alarmierungen erreichten die Feuerwehren in den zwei Städten und vier Einsatzorten (Kaltenengers und St. Sebastian haben eine gemeinsame Einsatzstelle) 2018, als sie über 840 Mal gefordert waren.

Hilfe leisteten die Ehrenamtler im vergangenen Jahr nicht nur bei Bränden, sondern auch  bei Verkehrsunfällen, Ölspuren oder sonstigen Hilfeleistungen wie beispielsweise bei  Türöffnungen angeforderte Hilfen.

„2020 gab es wegen der anhaltenden Trockenheit eine größere Serie von Wald- und Vegetationsbränden im Bereich Bassenheim“, berichtet Lenarz. Nur den frühzeitigen Meldungen und dem schlagkräftigem Eingreifen der Feuerwehr war  es zu verdanken, dass es nicht zu mehreren Großbränden gekommen ist. Besonders beansprucht waren die VG-Feuerwehrleute beim Brand eines großen Strohballenlagers am Heinrichshof, der über mehrere Tage ging: „Das war eine echte Herausforderung“, erinnert sich der Wehrleiter. Herausragende Einsätze für die ehrenamtlichen Brandschützer waren zudem das Feuer in einem größeren Lager beim Weißenthurmer Wohnpark Nette und in der Netto-Filiale in der Rheinstadt. Außerdem löschten die Feuerwehrleute einen Scheunenbrand in Bassenheim und hatten mehrere Einsätze in Verbindung mit Heimrauchmeldern. „Die kleinen Geräte sind nicht hoch genug zu schätzen, sie retten Menschenleben, weil frühzeitig gewarnt wird“, betont der erfahrene Feuerwehrmann aus Weißenthurm. Auch bei mehreren Verkehrsunfällen halfen die Freiwilligen Feuerwehren bzw. befreiten in Fahrzeugen eingeklemmte Personen. „Und schließlich haben wir die Polizei unterstützt, als mehrere Geldautomaten gesprengt wurden“, erinnrt sich  Arnd Lenarz. Im Rahmen der knapp 600 Einsätze im vergangenen Jahr wurden 45 Personen verletzt, neun kamen zu Tode.

Um die Einsatzbereitschaft der VG-Feuerwehreinheiten unter Corona-Bedingungen aufrecht zu erhalten, mussten praktikable Lösungen gefunden werden. „Vor allem Abstand halten ist bei Übungen schwer zu bewerkstelligen“, erläutert Lenarz. Lange Zeit konnte gar kein praktischer Übungsbetrieb stattfinden, später nur in Kleingruppen. „Die praktischen Übungen sind für uns aber entscheidend, jeder Handgriff muss sitzen“, erklärt der Wehrführer. Den Brandschützern habe allerdings die Möglichkeit gefehlt, Taktiken und Handhabungen im kompletten Löschzug zu üben: „In Kleingruppen ist das viel schwieriger“. Auch die üblichen Weiterqualifizierungen, an denen jedes einzelne Feuerwehrmitglied unter normalen Bedingungen ständig teilnimmt, um den Schutz der Bürgerschaft rund um die Uhr gewährleisten zu können, waren nur begrenzt möglich. „Trotz aller widrigen Umstände waren die Löschzüge aber jederzeit uneingeschränkt einsatzbereit“, betont Lenarz. Inzwischen habe sich die Situation doch entspannt, ergänzt der VG-Wehrleiter.

 Für die VG ist entscheidend, dass die Brandschützer auf modernste Ausstattungen zurückgreifen können. „Rat und Verwaltung investieren hohe Summen, um sicherzustellen, dass die Ausrüstung unserer Feuerwehr auf einem qualitativ hochwertigen Stand bleibt“, erklärt Bürgermeister Thomas Przybylla und spricht den Feuerwehrleuten Dank und Anerkennung für ihr Engagement insbesondere unter Corona-Bedingungen aus. In der zweiten Jahreshälfte, so die Hoffnung der Feuerwehr, dürfte sich die Pandemie-Lage so weit stabilisieren, dass Übungen und Ausbildung wieder entspannter und sachgerechter  durchgeführt werden können.