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Coronakrise ist auch Ursache für mehr häusliche Gewalt

Mayen

Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen zieht Bilanz

Immer wieder war in den Medien von einer möglichen Zunahme an häuslicher Gewalt während des Lockdown die Rede. Aber haben Quarantäne und Kontaktbeschränkungen tatsächlich zu mehr häuslicher Gewalt geführt? Das Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen, zu dem auch Rechtsanwältinnen und die IST Interventionsstelle Mayen der Caritas zählen, zieht Bilanz. Aus anwaltlicher Sicht kann diese Entwicklung nicht bestätigt werden. Auch die örtliche Polizei stellt fest, dass während des Lockdown von einer Erhöhung an Fällen häuslicher Gewalt während der Coronakrise nicht gesprochen werden kann. Die Zahlen waren im Vergleich zum Vorjahr 2019 erfreulicher Weise zunächst leicht rückläufig.

Foto: Mirko Raatz - Fotolia

 

 

In den Folgemonaten nach dem Lockdown verzeichnete die Polizei Mayen hingegen einen signifikanten Anstieg der Fallzahlen von Häuslicher Gewalt um 29 %, so Polizeihauptkommissar Armin Behrendt (stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Mayen): „Die Ermittler, die Interventions- und Beratungsstellen haben jede Menge Arbeit. Wir tun unser Bestes, um die Opfer zu schützen und die Gewaltspiralen zu durchbrechen.“ Dann könnte anwaltliche Beratung hilfreich sein, so das Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Bereits ein anwaltliches Gespräch könne zur Entlastung und Stärkung der betroffenen Frau führen. Ein gesellschaftliches Bewusstsein, dass es Gewalt in engen sozialen Beziehungen gibt, hilft, dieser entgegenzusteuern. Es gilt, nicht wegzuschauen. Wer Anzeichen häuslicher Gewalt in seiner Nachbarschaft wahrnimmt, sollte sich mit der Polizei in Verbindung setzen. Es geht darum, der Gewalt ein Ende zu setzen.

Opfer sollten nicht Opfer bleiben, sondern sich wehren und beispielsweise über eine Anwaltskanzlei Rechtsmittel einleiten. So können betroffene Frauen dem Täter ein anwaltliches Schreiben zukommen lassen, rät eine Rechtsanwältin des Forums. In diesem Schreiben wird der Täter aufgefordert, bestimmte Handlungen zu unterlassen oder sich von der Frau fernzuhalten. Außerdem besteht die Möglichkeit, am besten über eine Rechtsanwältin oder einen Rechtanwalt, beim zuständigen Amtsgericht eine sogenannte Gewaltschutzanordnung im Eilverfahren zu beantragen. Mit einer Gewaltschutzanordnung kann ein sogenanntes Kontakt- und Näherungsverbot für den Täter oder eine Wohnungszuweisung für die Frau erreicht werden. Im anwaltlichen Gespräch kann die Frau für sich herausfinden, ob eine oder mehrere dieser Handlungsmöglichkeiten in Frage kommen und welche Lösungen am besten ihren Interessen entsprechen.

Das „Mayener Forum gegen Gewalt“ bilden: das Amtsgericht Mayen, die beim Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. angesiedelte IST Interventionsstelle Mayen, der Deutsche Kinderschutzbund Mayen-Andernach e.V., Gesundheitsamt, Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Mayen-Koblenz und der Verbandsgemeinde Vordereifel, Jugendamt Stadtverwaltung Mayen, Jugendamt Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, JHZ Bernardshof, Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz, Katholische Familienbildungsstätte, Lebensberatung Mayen, Polizeiinspektion Mayen, die Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Koblenz, der WEISSE RING, drei Rechtsanwältinnen und die Gerichtshilfe der Staatsanwaltschaft Koblenz.

 

Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen

www.mayener-forum-gegen-gewalt.de

 
 

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