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Bilder erzählen von Zerstörung, Heimatlosigkeit und Hoffnung

Mayen

Ausstellung im Caritas-Mehrgenerationenhaus zeigt Werke von Farid Kuhraami
Dass Kunst zum Leben gehört, ist im Mehrgenerationenhaus St. Matthias (MGH) in Mayen selbstverständlich. Mit der neuen Ausstellung von Farid Kuhraami aus Afghanistan bringt der Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. Kunst wieder direkt zu den Menschen, Bilder, die dem Betrachter autobiographisch von Gewalt, Flucht und von der Hoffnung in der neuen Heimat erzählen. Die Gemälde sind bis Mitte April im Caritas-Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen, St.-Veit-Straße 14, zu sehen.

(von links) Emad Girgis, Werner Steffens, Hannelore Schmitt, Farid Kuhraami, Svenja Dix, Rosemarie Wengert und Tina Heidger präsentieren drei Werke der neuen Ausstellung im Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen. / Foto: E.T. Müller

Wegen seiner politischen Aussagen wurde der Künstler von den Taliban gefoltert, sein Atelier zerstört. Dennoch ist seine Kunst alles andere als bitter. Viele seiner Bilder sind bunt, „da Deutschland im Vergleich zu Afghanistan bunt ist“, so Farid Kuhraami. Und immer auch die Frage, ob ein friedliches Leben hier in Deutschland gelingen kann. Selbst auf den ersten Blick harmlose Stillleben haben einen melancholischen Hintergrund. So stehen gelbe Blumen fürs Abschiednehmen, weiße für die Liebe, während das Schwarz-Weiß gehaltene Gemälde „Refugee Flag“ – „Flüchtlingsflagge“ – eine Ansammlung von Gesichtern zeigt: schreiende Gesichter, Gesichter voller Hoffnung, aber auch bedrohliche Gesichter, Menschen, denen Farid Kuhraami auf seiner Flucht nach Deutschland vor sechs Jahren begegnet ist. Ein oben rot und unten blau gehaltenes Gemälde zeigt zwei Wege. So gehen wir Menschen den Rot symbolisierten Weg des Krieges und der Zerstörung oder wir wählen den blau gezeichneten Weg des Friedens. Doch auch im friedlichen Blau findet sich wieder die melancholisch gelbe Blume des Abschieds.
Die Anerkennung als politischer Flüchtling war ein steiniger Weg. Caritas-Mitarbeiter Markus Göpfert, Leiter des Fachdienstes Migration, der Farid Kuhraami durch alle Instanzen begleitet hat, berichtete bei der Vernissage, dass erst die Fotos von seinem Krankenhausaufenthalt und vom zerstörten Atelier das Gericht in zweiter Instanz überzeugt haben. Für Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens eine „schöne Entwicklung, dass jemand, der als Klient ins Haus gekommen ist, sich weiterentwickelt hat und jetzt was ganz anderes präsentiert.“ Der vielseitige Hochschulabsolvent hatte in Afghanistan auch Skulpturen und Kurzfilme produziert. Die jetzt in Deutschland entstandenen Bilder markieren den Anfang seines Kunstschaffens in der neuen Heimat. Markus Göpfert: „Die Botschaft ist wichtig, weist diese Ausstellung doch auf die politische Situation in Afghanistan hin.“ Farid Kuhraami ist voller Ideen und Pläne und würde gerne Kunsterzieher werden. Für Svenja Dix von der Komm-Aktiv, die den jungen Mann im Projekt „Lichtblick“ begleitet, eine besondere Herausforderung, streben andere Teilnehmer doch ansonsten in handwerkliche Berufe. Mit der Mayener Kunstszene steht Farid Kuhraami bereits in Kontakt. Gemeinsam mit dem Caritasverband wird jetzt nach Wegen gesucht, ihm eine berufliche Chance zu ermöglichen.
Die Ausstellung im Mehrgenerationenhaus stellt für den jungen Familienvater einen wichtigen Schritt dar, auch künstlerisch in Deutschland anzukommen. Möglich gemacht haben das vor allem die beiden Kuratorinnen Rosemarie Wengert und Hannelore Schmitt, die beim Zusammenstellen und Aufhängen der Bilder mit Rat und Tat zur Seite standen. Bei ihnen bedankte sich Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens besonders: „Ohne Ihren Einsatz hätten wir diesen Lichtblick nicht im Mehrgenerationenhaus zeigen können.“ Ebenso dankte Steffens MGH-Koordinator Emad Girgis sowie der Stadt Mayen, dem Kreis Mayen-Koblenz und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die diese Ausstellung finanziell unterstützt haben.

Weitere Informationen:

Emad Girgis – MGH-Koordinator
Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V.
Im Mehrgenerationenhaus St. Matthias
Telefon: 02651 - 98 69 – 184
www.caritas-rhein-mosel-ahr.de

 

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