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„Abschied nehmen, Innehalten und Aufbruch“

Andernach

40. Jubiläum der Stiftung Kirchliche Sozialstation Andernach markiert Zeitenwende
„Ein Freund an der Seite“, und das seit 40 Jahren. Mit leichter Musik zum Nikolaustag stimmten Gerhard Müller, Saxophon, Stefan Grober, Piano, und Peter Seibeld, Kontrabass – Mitglieder der „Swinghouse Jazzband“ – im Gemeindezentrum St. Stephan auf das 40. Jubiläum der Kirchlichen Sozialstation Andernach ein, das Pastor Günter Schmidt mit seiner Abschiedsmoderation begleitete: „Auch das Abschied nehmen gehört zum Leben dazu, das Abschied nehmen, Innehalten und Aufbruch gleichermaßen umfasst“. Schmidt, der sein Amt als Vorsitzender der Stiftung Kirchliche Sozialstation bereits einen Tag vorher niedergelegt hatte, hob den ökumenischen Aspekt der Kirchlichen Sozialstation als Herzenssache auch mit Blick auf seinen evangelischen Kollegen, Freund und Wegbegleiter, Pfarrer Helmut Cordes, besonders hervor, „da wir nach 400 Jahren Kirchentrennung etwas tun konnten, was uns in der Liebe Christi verbindet.“

Unter dem Motto „Ein Freund an der Seite“ feierten in Andernach mit den Gästen (von links, sitzend) Pastor Günter Schmidt und Pfarrer Helmut Cordes sowie (von links, stehend) Sabine Reisdorff, Brigitte Protzmann, Richterin Regina Rumpf, Dr. Hanno Heil, Erwin Pistono, Ellen Laux und Doris Schumacher das 40. Jubiläum der Stiftung Kirchliche Sozialstation. Foto: E.T. Müller

Schmidt erinnerte an den jetzt Verstorbenen Ulrich Maubach, der das Wesen der Sozialstation und des Altenzentrums mit geprägt hat: „Wer zu uns kommt, als Patient oder Bewohner, bleibt Herr seines Lebens. Wir pflegen nicht über den Patienten hinweg und bestimmen nicht. Wir begleiten und treffen Vereinbarungen und fragen, ganz so wie Jesus den blinden Bettler fragte: ‚Was willst du, was soll ich für dich tun?‘“ Der scheidende Vorsitzende dankte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die daran mitgearbeitet haben und dies auch in Zukunft tun. Herzlich begrüßte Pastor Günter Schmidt Regina Rumpf, Richterin am Amtsgericht Andernach, als neue Vorstandsvorsitzende der Stiftung Kirchliche Sozialstation Andernach: „Es ist mir eine große Freude, dass sie diese Aufgabe übernehmen.“ Mit Pfarrer Schmidt gehen auch Ellen Laux und Doris Schumacher in den wohlverdienten Ruhestand. 33 Jahre arbeitete Schwester Ellen Laux bis zum Jahr 2012 als Pflegedienstleiterin, weitere sechs Jahren als Stellvertreterin der Sozialstation und stand damit 39 Jahre im Dienst der Kirchlichen Sozialstation. Auch Doris Schumacher verlässt nach langen Jahren als letzte Familienpflegerin die Kirchliche Sozialstation, womit dieser Dienst leider eingestellt wird. Ebenso wurden die Jubilare – Schwester Cornelia Schmitz für 30 Jahre, Brigitte Protzmann für 20 Jahre im Hospiz und Thomas Weber für über 15 Jahre in der Verwaltung – von Sabine Reisdorff, Leiterin der Kirchlichen Sozialstation und vom Vorstand geehrt. Auch die Mitarbeitervertretung, vertreten durch Gabriele Weiler und Ursula Scholz, bedankte sich im Anschluss bei den ausscheidenden Mitarbeiterinnen sowie bei Pastor Schmidt für seinen unermüdlichen Einsatz seit Gründung der Sozialstation.
Im Festvortrag „Wer wird uns morgen pflegen?“ zeichnete Dr. Hanno Heil aus Andernach, Ständiger Lehrbeauftragter der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar, Vorsitzender des Verbands Katholischer Altenhilfe und Kuratorium Deutsche Altershilfe, eine „dramatische“ aber „nicht hoffnungslose“ Lage, dass immer weniger Fachkräfte immer mehr Pflegebedürftige versorgen. Um Pflegekräfte zu gewinnen, müsse der Beruf besser entlohnt werden, wie es bereits im kirchlichen Bereich üblich ist. Vor allem aber wünschten Pflegekräfte eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, führte Dr. Hanno Heil aus und nannte die Punkte „Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Entlastung von körperlich schwerer Arbeit und in der Bürokratie“. Außerdem mangele es beim Pflegeberuf an öffentlicher Anerkennung. Erinnernd an das erste christliche Hospiz in Ostia wünschte sich Dr. Hanno Heil mehr Selbstbewusstsein: „Pflege von Pflegebedürftigen, die nicht zur eigenen Sippe und Familie gehören, ist eine christliche Erfindung! Sie ist kein ‚Menschheitserbe‘, sondern eine auf jüdisch-christlichen Wurzeln basierende ‚Humanisierung‘. Wir haben gute Chancen auf dem Personalmarkt, wenn wir unsere Merkmale herausstreichen und anders als andere sind.“
Und dieses christliche Merkmal betonte Pfarrer Helmut Cordes, der sich vor 40 Jahren in ökumenischer Verbundenheit mit Pastor Schmidt auf den Weg gemacht und die Kirchliche Sozialstation gegründet hat: „Glaube, Hoffnung, Liebe tragen unsere Sozialstation. Wir feiern heute ein Fest von 40 Jahren ökumenischer Verbundenheit“, so Helmut Cordes, der zu seinem Freund Günter Schmidt sagte: „Du warst nie Sozialingenieur, sondern Priester. Du warst ein Brückenbauer, der an beiden Ufern fest verankert ist, bei Gott und bei den Menschen.“ Auch Bernhard Ickenroth, Vorsitzender des Fördervereins der Hospiz Andernach-Pellenz, bedankte sich „für die persönliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“
Pfarrer Günter Schmidt geht in den wohlverdienten Ruhestand, doch sein Lebenswerk bleibt mit der Kirchlichen Sozialstation, dem Altenzentrum und vor allem mit der Kirche St. Stephan bestehen. Und da der Vorstand weiterhin seinen guten Rat braucht, kürten Richterin Regina Rumpf, Pfarrer Helmut Cordes und Erwin Pistono Günter Schmidt zum Ehrenvorsitzenden der Stiftung Kirchliche Sozialstation als stärkenden, begleitenden Freund an der Seite.

 

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